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Geschäftsprozesse automatisieren — der praktische Einstieg für kleine Betriebe

Automatisierung scheitert selten an der Technik. Sie scheitert daran, dass man beim falschen Prozess anfängt. Diese Seite zeigt, wie Sie den richtigen finden und wie eine durchgehende Kette in der Praxis aussieht.

Lesezeit ca. 8 MinStand 08.08.2026EEG LLC · SHServer

Der häufigste Fehler beim Einstieg

Wer über Automatisierung nachdenkt, greift meist nach dem sichtbarsten Prozess — dem, über den sich alle beschweren. Das ist fast immer der falsche, weil sichtbare Prozesse meist komplex sind, viele Beteiligte haben und Ausnahmen kennen.

Der richtige Einstieg ist ein Ablauf, der häufig, gleichförmig und langweilig ist. Langweilig ist dabei ein Qualitätsmerkmal: Was langweilig ist, hat wenige Ausnahmen. Und wenige Ausnahmen heißt, dass die Automatisierung tatsächlich hält.

Drei Fragen zur Auswahl

Passiert das mindestens wöchentlich? Läuft es fast immer gleich ab? Ärgert sich jemand darüber, dass er es macht? Drei Mal ja — dort fangen Sie an.

Wo in kleinen Betrieben die Zeit verschwindet

Die Kandidaten ähneln sich über Branchen hinweg erstaunlich stark:

  • Anfragen weiterleiten. Eine Mail kommt an, jemand liest sie, jemand leitet sie an den Zuständigen weiter, der Zuständige schaut in den Kalender, jemand antwortet. Vier Menschen für eine Information.
  • Termine nachtragen. Am Telefon vereinbart, auf einen Zettel geschrieben, später in den Kalender übertragen — und manchmal eben nicht.
  • Angebote schreiben. Das letzte ähnliche Angebot suchen, kopieren, Positionen anpassen, Zahlendreher übersehen.
  • Belege einsammeln. Siehe die Seite zum Belegfluss.
  • Nachfassen. Wer hat auf das Angebot von vor drei Wochen nie geantwortet? Meistens weiß es niemand.
  • Statusfragen beantworten. „Wie weit ist das?" — eine Frage, die nur entsteht, weil der Status nirgends steht.

Auffällig ist: Fast alle diese Punkte sind keine Arbeit, sondern Transport von Informationen. Genau das kann eine Maschine.

Wie eine durchgehende Kette aussieht

Ein Beispiel aus dem Auftragsgeschäft, wie es bei uns aufgesetzt wird. Ausgelöst wird alles von einer einzigen Handlung des Kunden:

  1. Anfrage. Der Kunde gibt auf Ihrer Website in wenigen Klicks an, worum es geht — bewusst kurz gehalten, weil lange Formulare abschrecken.
  2. Eingang. Die Anfrage erscheint sofort im Cockpit, ohne dass jemand eine Mail weiterleitet.
  3. Zuständigkeit. Sie wird automatisch dem richtigen Mitarbeiter zugewiesen, passend zum Anliegen.
  4. Termin. Der Kalendereintrag wird gesetzt, ohne Nachtragen.
  5. Bestätigung. Der Kunde bekommt eine Rückmeldung — und bei Bedarf später automatisch ein Follow-up.
  6. Ausführung. Geht es um ein Produkt, läuft der Auftrag weiter in die Abwicklung, inklusive Versand und Seriennummern.
  7. Übersicht. Der Vorgang ist als Lead angelegt; die Geschäftsführung sieht erledigt und offen in Echtzeit.

Ein Auslöser, der ganze Rest läuft von selbst. Kein Zettel, kein Kopieren, nichts vergessen.

Was Automatisierung nicht kann

Es gehört zur Ehrlichkeit, auch das zu benennen.

  • Einen kaputten Ablauf reparieren. Wenn ein Prozess unklar ist, wird er automatisiert nur schneller unklar. Erst aufräumen, dann automatisieren.
  • Entscheidungen abnehmen, die Urteilsvermögen brauchen. Ein System kann vorbereiten und vorschlagen. Ob Sie einem Kunden entgegenkommen, entscheiden Sie.
  • Ausnahmen erfinden. Jede Sonderregel, die Sie im Kopf haben, muss irgendwann aufgeschrieben werden. Das ist Arbeit — einmalig, aber real.
  • Akzeptanz erzeugen. Wenn ein Team den neuen Weg nicht versteht, umgeht es ihn. Deshalb gehört Schulung für uns zum Aufbau und nicht in ein Zusatzpaket.

Ein realistischer Fahrplan

Schritt 1 — beobachten, nicht planen

Zwei Wochen lang notiert jeder, was ihn aufgehalten hat. Kein Formular, ein Zettel reicht. Das Ergebnis ist ehrlicher als jeder Workshop.

Schritt 2 — einen einzigen Ablauf automatisieren

Den langweiligsten aus der Liste. Er soll funktionieren, bevor der zweite dazukommt.

Schritt 3 — messen

Wie viele Vorgänge laufen durch, wie viele fallen in die manuelle Prüfung? Wenn die Prüfquote nach ein paar Wochen nicht sinkt, stimmt etwas mit dem Prozess nicht — nicht mit der Technik.

Schritt 4 — verketten

Jetzt erst zwei Abläufe verbinden. Ab hier entsteht der Effekt, den man vorher nicht glauben will: dass Dinge fertig sind, bevor jemand daran gedacht hat.

In vier Schritten zur ersten Automatisierung
  1. 01
    Beobachtenzwei Wochen notieren, was aufhält
  2. 02
    Einen Ablaufden langweiligsten aus der Liste
  3. 03
    Messenwie viele Vorgänge laufen durch
  4. 04
    Verkettenerst jetzt zwei Abläufe verbinden

Häufige Fragen

Müssen wir unsere bestehenden Programme ablösen?

In der Regel nicht. Automatisierung setzt an den Übergängen zwischen Programmen an — dort, wo heute jemand etwas von A nach B trägt. Ihre Fachanwendung kann bleiben, wo sie ist, solange sie sich anbinden lässt.

Ab welcher Betriebsgröße lohnt sich das?

Es hängt weniger an der Zahl der Mitarbeiter als an der Zahl der Wiederholungen. Ein Betrieb mit fünf Leuten und zweihundert Vorgängen im Monat profitiert deutlich mehr als einer mit zwanzig Leuten und zwanzig sehr individuellen Projekten.

Was passiert, wenn ein Sonderfall auftritt?

Er wird nicht stillschweigend falsch verarbeitet, sondern landet in einer Prüfliste, in der ein Mensch entscheidet. Diese Liste ist gleichzeitig Ihre beste Quelle dafür, was als Nächstes verbessert gehört.

Wie fängt man an, ohne den Betrieb lahmzulegen?

Der neue Weg läuft zunächst parallel zum alten. Erst wenn er über mehrere Wochen zuverlässig funktioniert, wird der alte abgeschaltet. So gibt es zu keinem Zeitpunkt einen Zustand, in dem nichts geht.

Welcher Ablauf kostet Sie am meisten Zeit?

Erzählen Sie uns davon. Im Digitalisierungs-Check schauen wir uns Ihre Abläufe an und sagen Ihnen, wo Automatisierung sich wirklich lohnt — und wo nicht.

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